Kommunikation die ankommt. Teil 1

Kommunikation, die begeistert und Veränderung mitträgt

Farben_Q_rotlJuli 2015: Es beginnt mit den Flüchtlingen und den Hasspostings. Über die Postings wird viel geredet. Über die Flüchtlinge kaum. Da herrscht ein Vakuum. Doch plötzlich – wenn auch langsam – ändert sich etwas. Erste Stimmen wurden laut. Von notwendiger Unterstützung dieser Menschen ist die Rede, von ihrem Schicksal. Hinweise darauf, dass sie Hilfe brauchen. Erste Postings über Hilfsaktionen tauchen in den sozialen Netzwerken auf, Berichte über Menschen, Unternehmen, Persönlichkeiten und Organisationen, die aktiv werden. Es folgen Informationen darüber, wie Hilfe funktioniert – und es werden mehr Stimmen, die zeigen wo und wie geholfen werden kann und wird und was Hilfe für die Flüchtlinge bedeutet. Die Hasspostings werden durch Berichte über Zivilcourage und darüber, was es heißt, Flüchtling zu sein, in den Hintergrund gedrängt. August 2015: Es ändert sich etwas, man sieht, wie die Österreicher wirklich sind, bereit zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Es hat sich etwas bewegt und verändert.

Und der Punkt ist: Es braucht einen Anfang. Werden erste Stimmen laut, und man sieht, die Nachricht kommt an, entsteht Begeisterung und die wiederum steckt an und beginnt, Dinge zu verändern. Was, wenn niemand in den Tagen des August und September 2015 darüber berichtet hätte, was auch ist, nämlich dass Flüchtlinge in Privatinitiative nach Wien und weiter gebracht wurden, wie Lebensmittel, Medikamente, Kleidung organisiert werden, Menschen sich als Dolmetscher zur Verfügung stellen – hätte niemand darüber berichtet, hätten die Welle der Hilfsbereitschaft und das Verständnis für die schwierige Situation nicht wachsen können. Gerda Ballik

INFORM, ENGAGE, INTEGRATE

Das ist es, was Kommunikation kann. Sie kann Menschen für Ideen gewinnen, begeistern, davon überzeugen neue Wege zu gehen, Herausforderungen anzunehmen. Am Anfang steht immer die Information. Denn wie soll sich jemand für etwas begeistern von dem er nichts weiß. In dem Moment, in dem Information Gutes verheißt, eine Perspektive aufzeigt und/ oder emotional berührt, kann im zweiten Schritt Begeisterung entstehen, und die gilt es weiterzutragen, um damit andere mit der Begeisterung anzustecken.

Dieses sich für etwas begeistern können, ist in der breiten öffentlichen Kommunikation ebenso wichtig wie in Unternehmen. Informationen, die, richtig und mit langem Atem in Angriff genommen werden, können dazu beitragen, Dinge zu verändern. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass Kommunikation breit aufgestellt und nicht zentral gesteuert, also nur top down, gemanagt wird. Top Down ist wichtig, wenn es um Neuerungen und Strategie geht, problematisch, wenn sie zum Informationsmonopol und als verordnet erlebt wird.

Ist Kommunikation durchlässig durch unterschiedlichste Bereiche und Hierarchieebenen und wird ihr Potential genutzt, steht einer lebendigen Kommunikation, die für Themen begeistert und Begeisterung weiterträgt, nichts im Weg. Ihren Kern bildet das Drei-Säulen Modell: Inform, Engage, Integrate, also die Frage, was ist wichtig, was braucht es, um zu begeistern, Leute (möglichst Meinungsbildner) als Unterstützer zu gewinnen und wie schaffe ich es, niemanden auszuschließen, sondern im Gegenteil, (wichtige) Leute in das Boot zu holen.

Als Unternehmen schaffe ich es mit dem Drei-Säulen-Modell, indem ich über die reine Information hinaus Impulse setze, Motivation entsteht, so dass Entwicklungen und Veränderungen mitgetragen werden können. Keine einfache Aufgabe, aber durchaus machbar.


Kommentar hinzufügen

Current ye@r *